Projekthintergrund: In
vielen Entwicklungsländern stellt der Raubbau an der Natur eines der zentralen
Probleme der Armut einhergehend mit gravierenden Umweltveränderungen dar.
Projekthintergrund: Im Jahr 2001 konnte die Schmitz-Hille-Stiftung in
Zusammenarbeit mit der Pfarrgemeinde „La Inmaculada“ und dem Bauernverband
ACAVAS in Waslala in Nicaragua ein Kooperationsprojekt durchführen, welches zum
Ziel hatte, die Einkommenssituation für die besonders armen Frauen aus der
Witwensiedlung „El Progreso“ zu verbessern. Zu diesem Zweck wurden
Baumschulen gegründet, erosive Flächen wieder aufgeforstet, die
Brennholzproduktion durch den Anbau geeigneter Nutzhölzer begonnen, und weitere
Flächen mit Nutzpflanzen kultiviert, um die Versorgung mit Nahrungsmitteln aus
eigener Produktion zu sichern. Das Projekt entwickelte sich derart erfolgreich,
dass weitere Frauen aus verschiedenen Gemeinden Waslalas und sogar aus der
Umgebung sich am Agroforstprojekt beteiligen wollten, um von der positiven
Wirkung des Projektes zu profitieren. Daher wurde von den beteiligten
Institutionen beschlossen, das laufende Programm durch ein Ergänzungsprojekt zu
erweitern.
Zielsetzung: Das vorliegende
Projekt baut auf dem vorausgegangenen Erfahrungen auf. Die begonnenen
Aktivitäten sollen konsolidiert und die Ausbildung der Frauen verbessert werden.
Vorgesehen sind Maßnahmen wie Konservierung von Boden und Wasser, Verbesserung
der Anbau- und Erntemethoden, Anleitung bei der Erzeugung und Vermarktung von
Brennholz, Ressourcenschutz und nachhaltige Holzwirtschaft, Training der Frauen
durch Studenten und Lehrer der Berufsfachschule Waslala sowie die Einrichtung
von Baumschulen zur Aufzucht von Obstbäumen, diversen Nutzpflanzen und
Nutzhölzern zur Verwendung als Brennholz.
20 Frauen werden im Rahmen des Projektes zunächst intensives Training
erhalten und das Gelernte unmittelbar auf den landwirtschaftlich nutzbaren
Flächen der Witwensiedlung „El Progreso“ umsetzen. Später sollen sie einmal ihr
Wissen an andere benachbarte Frauen aus der Witwensiedlung und aus
Nachbargemeinden weitergeben. Erfreulich ist bei diesem Vorhaben, dass neben dem
Bauernverband nun auch die Landwirtschaftschule „Ubaldo Gervasoni“ für das
Vorhaben gewonnen werden konnte. Durch diese Zusammenarbeit lassen sich die
Anbaumethoden und –techniken sowie die Vermarktung der landwirtschaftlichen
Erzeugnisse noch weiter verbessern.
In Nicaragua wie auch in anderen Ländern
Lateinamerikas ist der Agroforstbereich außerordentlich bedeutsam, da bei diesem
Projekttyp Maßnahmen zur Armutsbekämpfung (Einkommensverbesserung) einhergehen
mit Maßnahmen zur Wiederaufforstung, integrativer ökologisch-verträglicher
Landwirtschaft sowie Umwelt- und Ressourcenschutz und Artenerhalt. Dies
entspricht einem sinnvollen multisektoralen Förderansatz.
In Kooperation mit der Freundeskreis Nicaragua der
Städtepartnerschaft Dorsten - Waslala
>> zurück