Projekthintergrund: Seit über
13 Jahren betreut der Österreichisch-Rumänische Verein Concordia Straßenkinder
in den Städten Bukarest und Ploiest und Ariciesti. Die Kinder und Jugendlichen
wurden zum größten Teil von der Straße, aus den Kellern, unterirdischen
Abwasserkanälen und zerfallenen Industrieruinen herausgeholt. Die Kinder sind
schmutzig und stinken, haben diverse Hautkrankheiten, leiden an Unterernährung
und sind körperlich schwach und vor allem auch seelisch tief verletzt und
gestört. Es sind Kinder ohne Eltern. Sie sind irgendwann von den Eltern
ausgestoßen und ausgesetzt worden oder sie sind von zu Hause fortgelaufen. Weil
die Zustände in der Familie von Alkohol, Drogen und Gewalt geprägt waren, haben
sie das Leben auf der Straße bevorzugt. In Moldawien, werden Kinder, die auf der
Straße herumlungern und auffällig werden, direkt in Waisenheime gesteckt, wenn
sich herausstellt, dass die Kinder nicht mehr in ihre Familien zurückkehren
können. Falls die Kinder Diebstähle begangen haben, werden sie nicht selten ohne
ordentliche Gerichtsverfahren in Erwachsenengefängnisse gesperrt.
Projektziel: Concordia hat
sich dieser Kinder angenommen und in Pirita ein Dorf für Kinder geplant, in
welchem Kinder und Jugendliche in großfamilienähnlichen Strukturen zusammenleben
und kindgerecht aufwachsen können. Die Kinder sollen fernab von den Gefahren der
Großstadt und der Ausbeutung auf der Straße in dem Kinderdorf Pirita behütet und
versorgt, sowie schulisch und vorschulisch unterrichtet und gefördert werden.
Projektverlauf: Concordia konnte ein großes Areal
eines ehemaligen Pionierlagers im Grenzgebiet zu Transnistrien erwerben. Im
Frühjahr 2005 begannen die Abbruchabreiten der alten baufälligen Gebäude sowie
massive Erdarbeiten. Innerhalb eines Jahres entstanden auf dem riesigen Areal
sechs Kinderhäuser, wovon ein Haus durch die Schmitz-Hille-Stiftung finanziert
wurde. Daneben entstanden weitere Gebäude für Mitarbeiter, Pädagogen,
Sozialarbeiterinnen und Volontäre, ein Verwaltungsgebäude, eine
Trinkwassergewinnungsanlage, Kläranlage und eine Werkstatt und sogar ein
Kindergarten und eine kleine Kinderklinik.
Ein Teil der geschaffenen Infrastruktur, vor allem
Kindergarten und Klinik sollen auch den Dorfbewohnern Piritas zur Verfügung
stehen. Einige der eingesetzten Pädagoginnen kommen aus dem benachbarten Dorf.
Sie wurden von erfahrenen Mitarbeiterinnen aus Rumänien geschult. Ein Besuch im
Kinderdorf zeigt, dass die Kinder und Jugendlichen im Alter von 3 bis 14 Jahren,
sich in ihrem neuen Zuhause wirklich wohl fühlen. Tagsüber gehen die Kinder in
den Kindergarten oder in die Schule des benachbarten Dorfes. Daheim im
Kinderdorf lernen, singen und musizieren, feiern, tanzen und kochen sie
gemeinsam mit den anderen Kindern und leben hier wie in einer
Großfamilie.
Kooperationsprojekt mit dem österreichisch-rumänischen
Hilfswerk CONCORDIA, Moldawien - Pirita
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