In Moldawien führt die bittere Armut in vielen
Familien dazu, dass vor allem Mütter ihre Familien verlassen und im benachbarten
Ausland nach Arbeit suchen. Die daheim gelassenen Väter sind mit der Arbeit auf
dem Feld und vor allem mit der Versorgung der Kinder meist völlig überfordert.
Massiver Alkoholkonsum, Kindesmissbrauch und körperliche Gewalt führen zu großen
sozialen Spannungen in den Familien, mit der Folge, dass Kleinkinder in ihrer
persönlichen und schulischen Entwicklung enorme Defizite aufweisen. Auffällig
sind vor allem massive Sprachstörungen, Lernstörungen und Konzentrationsmangel
sowie andere Verhaltensauffälligkeiten. Die Einrichtung CULTUM in Stauceni
versteht sich vornehmlich als Rehabilitationseinrichtung für diese Zielgruppe.
Ergotherapeuten und Logopädinnen versuchen in der sympathischen Einrichtung
durch intensives Training und mit viel Gespür und Einfühlungsvermögen die
Defizite bei den Kindern zu beseitigen. Mittelfristig soll erreicht werden, dass
die Kinder wieder in öffentliche Kindergärten aufgenommen und in öffentliche
Schulen integriert werden können.
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In Moldawien, sind Straßenkinder
nicht so offensichtlich zu erkennen wie in den Großstädten anderer
Länder. Auch in Moldawien gibt es unzählige Waisenkinder und Sozialwaisen,
aufgrund der vielfältigen Probleme in den verarmten Familien. Häufig werden sie
von den Jugendbehörden aus den Familien herausgenommen, wenn die Eltern die
Versorgung und Ernährung ihrer Kinder nicht mehr sicherstellen können. Sobald
Kinder davonlaufen und auf der Straße herumvagabundieren, werden sie schnell von
der Polizei aufgegriffen und direkt in eines der über 55 Waisenheime gesteckt,
wenn sich herausstellt, dass die Kinder nicht mehr in ihre Familien zurückkehren
können. Falls die Kinder Diebstähle begangen haben, werden sie nicht selten ohne
ordentliche Gerichtsverfahren in Erwachsenengefängnisse gesperrt. Das
österreichisch-rumänische Kinderhilfswerk Concordia hat sich dieser Kinder
angenommen und in Pirita ein Dorf für Kinder errichtet, in welchem Kinder mit
viel Fürsorge und behütet wie in einer Großfamilie aufwachsen können.
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Für die über 55 Waisenheime Moldawiens stellt
sich immer häufiger die Frage, wie sie sich finanziell weniger Abhängig von
externen Finanzmitteln machen können, angesichts des steigenden Bedarfs der
Heime bei gleichzeitig schlechter Finanzlage der Kommunen und Gemeinden. Das
Hilfswerk Mission Ohne Grenzen hat in Ghidigici das Gelände einer ehemaligen
staatlichen Kolchose erworben, um dort eine Landwirtschaft aufzubauen, durch
welche die Basisversorgung der Heime mit Grundnahrungsmitteln, wie Kartoffeln,
Zwiebeln, Tomaten, Gurken oder Sonnenblumenöl und Mehl sicherstellt werden kann.
Die Farm wurde so konzipiert, dass Kinder und Jugendliche kurzzeitig für die
Dauer eines Praktikums oder Trainings auf dem Gelände der Farm untergebracht und
versorgt werden können.
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